Das Lied meines Vaters

 

Das Lied meines Vaters: Roman

Über das Buch:

Der Protagonist dieser Geschichte ist der 18jährige Felix, der bei seiner Großmutter aufgewachsen ist, da seine Mutter, scheinbar aus heiterem Himmel, psychisch erkrankt war. Auch Paul, einen Obdachlosen, lernen wir gleich zu Beginn des Buches kennen. Felix wird Vater, doch er kann seiner Großmutter nicht davon erzählen – sie ist scheinbar einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, kurz nachdem sie einen seltsamen Brief erhalten hatte.

Ein Großteil des Buches besteht aus Rückblenden – der heute obdachlose Paul erinnert sich an die 70er Jahre, als er mit seiner Band unterwegs und als Sänger und Gitarrist erfolgreich gewesen ist.

Leider hatte ich teilweise das Gefühl, der Autor kennt seine eigene Geschichte nicht. Mal ist die Mutter seit 14, mal seit 19 Jahren in der Psychiatrie. Mal sind seine Felix und seine Freundin verheiratet, dann sind sie es nicht.

Der Erzählstil ist schildernd, die Charaktere sind nicht ausgearbeitet. Ich habe kein lebendiges Bild vor Augen, weder von Felix, noch von Svea, seiner Freundin; die Großmutter mit ihrem Aufräumtick und der Leidenschaft, den Enkel mit Kuchen zu füttern, ist am lebendigsten. Aber leider nicht lange, da sie recht schnell stirbt.

Etwa ab der Hälfte des Buches kommt ein wenig Spannung in die Geschichte, da Unvorhergesehenes geschieht,  (wenn auch eine große „Auflösung“ schon sehr früh klar ist), vieles ist für mich aber auch unlogisch – jemand der kein Geld hat, nimmt sich ein Taxi? Eine frischgebackene Mutter trennt sich freiwillig wochenlang von ihrem Kind?

Rein rechnerisch spielt die Geschichte im Jahr 1992 – es war etwas seltsam, sie in der Gegenwartsform zu lesen. So sind natürlich Schallplatten schon lange nicht mehr modern, CDs jedoch auch nicht 😉

Interessant fand ich den Einblick in die teilweise gefährliche Lebenswelt von Obdachlosen.

Für jemanden, der eine kleine nostalgische Rückreise in die 70er machen möchte, vielleicht sogar selbst eine Band hatte und auf Tour war, kann „Das Lied meines Vaters“ eine nette kleine Lektüre sein – ich finde jedoch, die Geschichte hätte mit einem guten Lektorat weitaus mehr zum Klingen gebracht werden können. So ist sie mehr wie ein paar Riffs und ein Refrain – erst die Ausarbeitung und das harmonische Zusammenfügen ergeben ein Lied.

Dieses ebook wurde mir freundlicherweise zur Verfügung von dotbooks und Blogg dein Buch. Vielen Dank!

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