Gebrannte Kinder

Gebrannte Kinder: Psychothriller, Inca Vogt, SP, bei amazon

In diesem Psychothriller, dem Erstlingswerk von Inca Vogt, die ich auch schon auf meiner Autoren-Couch begrüßen durfte, geht es um ein heikles Thema. Kindesmissbrauch. Der Roman ist nichts für schwache Nerven, aber das ist bei einem Psychothriller auch nicht zu erwarten.

Gebrannte Kinder ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Die Autorin verlangt dem Leser große Aufmerksamkeit ab, indem sie ein dichtes Geflecht aus Figuren, Beziehungen und Zeitsprüngen kreiert. Wie es bei diesem Thema nicht anders zu erwarten ist, verschmelzen die Grenzen zwischen Tätern und Opfern, was beim Leser eine Mischung aus Abscheu und Mitgefühl verursacht. Die kriminellen Handlungen einer gut organisierten Verbrecherbande, in die auch kirchliche und andere Institutionen verwickelt sind, treiben zu viele Kinder ins Unglück. Sie sind seelisch gezeichnet für ein ganzes Leben, und körperlich gebrandmarkt mit einem Zeichen, dass sich Jahre später auch auf den ehemaligen Tätern wieder findet. Wer ist der Racheengel, der seine Mission mit aller Härte verfolgt?

Die Figuren: Protagonistin Toni, eine tierliebe, ständig abgebrannte Nachwuchs-Journalistin treibt die Geschichte voran. Ihre Naivität bringt sie in die eine oder andere heikle Situation. Unterstützt wird sie von Polizistin Kante, die ebenso eine schlimme Vergangenheit zu bewältigen hat, wie Kinderpsychologe David, der von unerklärlichen Flashbacks heimgesucht wird und sich irgendwann für den Täter hält, der mit grausamen Taten Frankfurt in Atem hält.

Kennzeichnend für diese Geschichte ist, dass eigentlich kaum etwas so ist, wie es zu sein scheint. Nachdem ich mich in das Buch „eingefunden“ habe, konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen. Die Sprache der Autorin ist wohlgesetzt und schafft die richtige Mischung aus Nähe und Distanz, die das grausame Thema erträglicher macht.

Ein durchaus gelungenes Debüt, das dem Leser jedoch einiges abverlangt.

 

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