Gedanken über das Leben

Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst. Alles Lebendige ist nur Gefäß. Das Leben bevorzugt oder benachteiligt nicht. Es verschenkt sich in großzügigstem Maße.
Das Leben ist überall. Es hat unendlich viele Strategien. Es ist in glühender Lava, im tiefsten Meer, in radioaktiver Substanz. Für das Leben gilt nicht: Das sind nur Bakterien! Es ist da.

Mir fällt kein unbelebtes Fleckchen auf dem Planeten ein. Steine vielleicht, aber ich bin mir nicht sicher.

Für das Leben gibt es keinen Tod. Es scheint endlos. Vergehen geschieht nur in Form neuen Lebens. Für das Leben gilt nicht: Das ist nicht attraktiv! Es ist da.

Das Leben ist neutral. Wenn der fremde Löwe das Rudel übernimmt und die vorhandenen Kinder reißt – es ist ok für das Leben. Es wird neues Leben geben. Es wird mehr Leben geben.

Das Leben ist unglaublich. Ich bewundere es zutiefst. Wenn ich die organischen Abfälle auf einen Haufen werfe, bekomme ich feinste Erde.

Ich hebe eine glänzende, braune Kastanie auf und fühle ihre glatte Oberfläche. Sie liegt gut in meiner Hand. Ich blicke auf zu dem Baum, der sie verlor. Ich blicke auf die Kastanie und weiß – ein ganzer Baum, größer und älter noch als dieser, ist in ihr verborgen.

Das Leben ist der Löwenzahn, der durch den Apshalt bricht.

Unsere Zivilisation ist nur Makulatur. Du kannst das Leben vor deiner Haustür sehen. Wenn du das „Unkraut“ nicht entfernst, dringt es durch alle Ritzen und sprengt deinen Weg.

Das Leben ist die stärkste Kraft. Man kann nicht sagen, das es uns geschenkt wird – unsere Eltern erlagen der Verführung des Lebens, es weiter zu tragen. Da es in milliardenfacher Ausführung in ihnen lebt, hatten sie keine große Wahl. Offensichtlich, denn sonst wären wir nicht da.

Wir wurden nicht gefragt.

Das Leben ist kein Päckchen mit rosa Schleife, sondern ein Sturm, den wir reiten.

Ei und Samenzelle verschmelzen – da sind wir schon! Für das Leben zählt nicht: Das ist noch unsichtbar! Es ist da.

Wir werden geboren. Ein traumatischer Vorgang, aber wir kämpfen uns durch. Das Leben kämpft sich mit uns durch. Es schreit auch durch uns, wenn wir Essen brauchen, Es will sein. Es klammert sich an sich selbst. Es kämpft mit aller Kraft.
Das Leben ist das Alien in unserem Bauch. Obwohl wir nicht ohne es können und untrennbar mit ihm verknüpft sind, ist es doch ganz eigenständig. Es ist überall und doch nicht als etwas Außenstehendes zu erkennen.

Für das Leben haben wir nur einen Zweck – es selbst.

Dem Leben ist es gleich, ob wir uns ausrotten oder mit Atombomben in die Luft sprengen. Es hat Kakerlaken in petto. Wenn wir nicht mehr da wären, machte es einfach ohne uns weiter.

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