Jahrhundertspiel

Jahrhundertspiel – David Jonathan

Jahrhundertspiel ist ein Roman, der im Hamburg der Gegenwart spielt. Protagonist Henner Klaasen hat sein Unternehmen verloren und besinnt sich auf die von seinem Großvater geführte Familientradition: Stammbäume erstellen. Seltsamerweise bekommt Henner auch kurz nach seiner Pleite und der Trennung von seiner Frau, die mit den gemeinsamen Kindern die Wohnung verlassen hatte, einen lukrativen Auftrag zur Stammbaumforschung. Die vollständigen Resultate dieser Familie hatte ihm sein Großvater schon hinterlassen. Doch Henner geht es nicht darum, schnelles Geld zu verdienen – eine Vorliebe für Rätsel und detektivischen Spürsinn hatte ihn der Großvater gelehrt. Und so schaut Henner genauer hin und stößt auf geheimnisvolle Andeutungen und Verflechtungen zwischen alteingesessenen Hamburger Familien, die auf noch ungeahnte Weise mit seinem eigenen Schicksal verflochten sind.

Eine Bruderschaft lenkt sein Jahrhunderten die Geschicke der Stadt. Ihre Mitglieder wussten immer auch den eigenen Vorteil zu wahren. Henner begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit, die von Verrat, Intrigen und Machtspielen geprägt ist, die auch in der Gegenwart nichts von ihrer Intensität verloren haben. Sein Kompagnon wird einer der Brüder, der zwischen den eigenen Interessen und den historischen Ansprüchen hin- und hergerissen ist.
Gemeinsam mit Henner erlebt der Leser abenteuerliche Spurensuchen, knackt Rätsel und begibt sich in Lebensgefahr. Wie eng sind die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt mit den Brüdern verflochten?
Autor David Jonathan schafft es in einer gänzlich unaufgeregten Sprache, Spannung zu erzeugen. Die Protagonisten sind lebendig gezeichnet und warten mit einigen Überraschungen auf. Dieser phantasievolle und detailverliebte, niemals langweilige Roman ist auf jeden Fall lesenswert – nicht nur für Hamburg-Fans.
Ein kleines Manko möchte ich nicht verschweigen – die Rechtschreibfehler. Ich bin in der beim Lesen angenehmen (und beim Schreiben lästigen) Situation, Rechtschreibfehler selten zu bemerken, mein Gehirn korrigiert die Worte einfach. Im Jahrhundertspiel bin ich immer wieder auf orthographische Flüchtigkeitsfehler gestoßen und empfehle eine Überarbeitung. Dem Lesevergnügen hat es jedoch keinen Abbruch getan, wie ich betonen möchte.

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