Mondtochter – Fantasy Roman

Mondtochter: Die Nacht der Elemente 1

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Fantasy-Reihe und macht den Leser mit den „Arantai“ bekannt, vormals menschlichen Wesen, deren Leben und Kräfte vom Mond bestimmt werden. Diese Idee finde ich ansprechend, die Autorin erschafft eine neue phantastische Zwischenwelt und setzt deren Darstellung auch konsequent um. Die Protagonistin Lucija, deren Verwandlung zur Mondtochter unmittelbar bevorsteht, spricht mit ihrer Krähen-Freundin, ist gerne im Dunkeln unterwegs und ansonsten ein nettes Mädchen. Viel mehr ist über sie nicht zu sagen. Sander, den sie zufällig trifft und in den sie sich verlieben wird, und dessen Gegenspielerin Umbra stechen durch ihre Charakterbildung weitaus mehr hervor. Lucija könnte eine breitere Identifikationsfläche bieten, wirkt aber durchweg von ihrem Schicksal mal in die eine, dann in die andere Ecke gerissen und nimmt alle Umstände mehr oder weniger gelassen hin, was ihr eine gewisse Blässe verleiht.

Als ich zu lesen begann war ich zuerst irritiert, denn die Sätze sind durchweg kurz und die Motivationen und Pläne der Darsteller werden gleich zu Beginn offengelegt. Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch an den Schreibstil gewöhnt und konnte der Geschichte leicht folgen, die im letzten Drittel mächtig an Fahrt aufnimmt und zwar Spannung bietet, am Ende jedoch schwächer wird. Dort überschlagen sich die Ereignisse und die Logik bleibt manchmal ein wenig auf der Strecke. Nebenfiguren werden plötzlich eingeführt, Lucija schafft es immer noch nicht auf ihre Intuition zu vertrauen und ehe man sich versieht, ist man an einem recht konstruiert wirkenden Happy-End angelangt.

Bis auf die kurzen Sätze, die dem Lesefluss gerade jüngerer Leserinnen sicher entgegen kommen, finde ich den Schreibstil der Fantasy-Autorin Lia Haycraft sehr angenehm. Besonders hervorzuheben ist die gute Umsetzung der Schreibregel: Show, don´t tell. Wer damit beim Schreiben Schwierigkeiten hat, kann sich hier inspirieren lassen. Mein Fazit: Eine hübsche Idee, ein etwas überhastet wirkender Schluss,  insgesamt aber ein gut umgesetzter Fantasy Roman.

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