Das geheime Leben der Violet Grant

Das geheime Leben der Violet Grant: Roman, Beatriz Williams, blanvalet bei amazon

Dieses Buch zu lesen ist wie eine lange Dampferfahrt durch eine andere Zeit: Während man im Salon des sicheren Schiffes sitzt, eine Zigarette und einen Brandy in den Händen, und die Wellen mal mehr, mal weniger turbulent sind, erhascht man durch die Fenster einen ganz neuen Blick auf die Welt, die draußen vorbeizieht.

Es passiert nicht häufig, dass ich mich so bereitwillig auf eine Geschichte einlassen. Dies liegt zu einem nicht geringen Teil an der Ich-Erzählerin Vivian. Wie keck, wie frech, wie amüsant sie von ihren Eskapaden erzählt! Ich las in einer Rezension, sie sei viel zu freizügig für ihre Zeit. New York, 1964, ich bitte euch! Genau so war sie, wenn es sie gab, und nicht einen Deut anders. Vivian, immer das reiche und von ihr köstlich sarkastisch beschriebene Elternhaus im Rücken, träumt von einer Karriere als Journalistin, hat es bisher jedoch nur zur Faktenprüferin geschafft. Kein Wunder, dass sie von der Neugierde gepackt wird, als ein alter Koffer, der einer Verwandten gehörte und sich erst einmal den Versuchen widersetzt, ihn zu öffnen, ihre Neugierde weckt. Die ganz große Story wird das! Vivian ist sich sicher. Zwischendurch verliebt sie sich unsterblich in einen, nennen wir ihn ruhig McDreamy, mit dessen Fehlverhalten sie zumeist souverän umgeht.

Und dann ist da noch die andere, Violet, die 1914 in Berlin als Wissenschaftlerin arbeitet. Oder sagen wir, versucht, sich durchzuschlagen. Denn natürlich wird es ihr in dieser Männerdomäne nicht leicht gemacht, und der Professor, der mit ihr anbandelt, meint es nur auf den ersten Blick gut mit ihr. Vivian ist Violet auf der Spur, ihr und ihrem ermordeten Ehemann, dem geheimnisvollen Liebhaber und ein klein wenig auch ihrer Forschung (auch wenn der Klatsch der High Society mehr zu Vivians Interessen zählt). Im Verlauf der Geschichte tauchen auch Albert Einstein und Max Planck auf, und soviel möchte ich verraten, noch einige Überraschungen.

Die Sprache ist locker und leicht zu lesen, die historischen Fakten wirken gut recherchiert. Die Geschichte springt zwischen Vivian und Violet hin und her und entlässt den Leser an den Enden der kurzen Kapitel mit dem einen oder anderen Cliffhanger. Für genügend Spannung ist also gesorgt.

Und wenn du so im Salon sitzt, mit deinem Brandy oder Champagner, und deiner Zigarette, wundere dich nicht, dass der eine oder andere Mann nicht gut wegkommt in dieser Geschichte. Viel Freude beim Lesen!

Vielen Dank an blanvalet und Blogg dein Buch für mein Exemplar.

 

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