Bücher verändern die Welt – Wüstenblume

189_wuestenblumeWaris war ein mutiges kleines Mädchen. Als sie dreizehnjährig mit einem alten Mann verheiratet werden sollte, lief sie fort. Quer durch die Wüste, zu ihrer Großmutter in Mogadischu.
Später lebte sie bei einer Tante und wurde dann Dienstmädchen beim somalischen Botschafter in London, wo sie als Model entdeckt wurde und eine erfolgreiche Karriere begann. Dass sie mit fünf Jahren grausam genitalverstümmelt worden war, wusste zu diesem Zeitpunkt niemand.Dieser Jahrhunderte alte Ritus der weiblichen Beschneidung wurde erst durch Waris´ Offenheit einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Und sie begann, dagegen zu kämpfen.

1997 vertraute sie sich der Marie Claire an und berichtete über ihre Beschneidung.
1998 veröffentlichte sie ihr Buch:

Durch ihre Berühmtheit erhielt das Buch weltweite Aufmerksamkeit, und damit auch das wichtige Thema der weiblichen Beschneidung, von dem z.B. in Somalia 97% der Frauen betroffen sind. Was passiert dabei?

Jungen Mädchen wird die Klitoris, oft auch die Schamlippen entfernt – ausgeführt im Schmutz der Umgebung, mit Glasscherben oder Messern. Beim Vernähen der Wunde wird meist nur eine kleine Öffnung für das Wasserlassen und die Menstruationsblutung gelassen. So barbarisch wie es sich anhört, ist es auch. Die Mädchen leiden nicht nur während der Operation an unsäglichen Schmerzen, viele sterben an Infektionen. Die überleben haben später ständig mit Schmerzen und Entzündungen zu kämpfen – eine Geburt kann sie in Lebensgefahr bringen.

 

Es ist jedoch ein Fehlschluss, von außen heraus solche Missstände ändern zu wollen – diese Veränderungen müssen von innen heraus passieren. Ohne Waris Dirie hätte sich vielleicht nichts bewegt – durch ihr unablässiges Engagement hat sie das Leben vieler Mädchen schon verändern können!
Ihre Stiftung Desert Flower Foundation klärt unermüdlich auf. Verträge zwischen der Stiftung und Eltern sorgen dafür, dass Mädchen der Beschneidung entkommen.

 

Aber es geschieht auch vor unserer Haustür:
…Dieser erste Bericht über die weite Verbreitung von weiblicher Genitalverstümmelung in Europa, von der mindestens 500.000 Frauen in Europa betroffen sind, hatte Folgen. Europaweit diskutierten die Medien darüber, dass FGM nicht nur in Afrika sondern auch vor der eigenen Haustüre in Europa praktiziert wird und die Europäische Union setzte das Thema erstmals auf ihre Agenda. Am 06.02.2006 präsentierte Waris Dirie gemeinsam mit ihrem Team der Desert Flower Foundation ihre Rechercheergebnisse beim Ministerrat der EU. Die MinisterInnen waren schockiert und versprachen Sofortmaßnahmen. Fast alle europäischen Länder beschlossen danach Gesetze gegen weibliche Genitalverstümmelung und Kampagnen um die Menschen aufzuklären…. (Quelle)

 

Waris Dirie hat sich aufgemacht, die Welt zu ändern. 
Dies geschieht durch Patenschaften – die Mütter werden finanziell unterstützt, die Mädchen werden regelmäßig ärztlich untersucht und geimpft. Sie werden vor Beschneidung und Zwangsehe geschützt. Durch Schulmaterial und Kleidung wird ihnen ermöglicht, die Schule zu besuchen. Somit haben sie eine reelle Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft.

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